BesamungstechnikerIn - Berufsanerkennungsverfahren

Allgemeine Information

Neben Tierärzten/Tierärztinnen ist es nur Besamungstechnikern/Besamungstechnikerinnen je nach Ausbildung erlaubt, die künstliche Besamung bei Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen sowie Equiden in einem fremden Tierbestand durchzuführen.

Der Besamungstechniker/die Besamungstechnikerin hat dem Halter oder der Halterin des besamten Tieres über die erfolgte Besamung unverzüglich einen Besamungsschein auszustellen. Einer Ausstellung steht auch die Übermittlung der Daten an eine vom Halter oder von der Halterin bestimmte Stelle gleich. Der Besamungstechniker/die Besamungstechnikerin hat über die Besamungen Aufzeichnungen zu führen.

Verfahrensablauf:

  • Einbringung des Antrages samt erforderlicher Unterlagen durch den Antragsteller bei der NÖ Landesregierung.
  • Die NÖ Landesregierung hat der antragstellenden Person binnen eines Monats den Empfang der Unterlagen zu bestätigen und gegebenenfalls mitzuteilen, welche Unterlagen fehlen.
  • Prüfung durch das Amt der NÖ Landesregierung, ob und inwiefern die ausländische Qualifikation gleichwertig ist – allenfalls in Zusammenarbeit mit den Behörden des Herkunftsmitgliedstaats der Antrag stellenden Person oder des Dienstleisters bzw. der Dienstleisterin.
  • Bescheid, mit dem entweder die Gleichwertigkeit festgestellt wird oder allenfalls ein notwendiger Anpassungslehrgang bzw. eine notwendige Eignungsprüfung vorgeschrieben wird.

Voraussetzungen

Als Besamungstechniker/Besamungstechnikerin dürfen nur Personen tätig werden, die fachlich geeignet und verlässlich sind.

Die fachliche Eignung wird erbracht durch

  • eine abgeschlossene Ausbildung zum Tierarzt/zur Tierärztin nach den bundesrechtlichen Vorschriften bzw. einen erfolgreichen Abschluss eines Ausbildungslehrganges an einer geeigneten Ausbildungseinrichtung, oder
  • eine Ausbildung die aufgrund EU-rechtlich relevanter Ausbildungsnachweise anerkannt ist (gilt nur für Personen mit Staatsangehörigkeit anderer Mitgliedstaaten, Vertragsstaaten oder Drittstaaten).

Ausbildungslehrgänge an geeigneten Ausbildungseinrichtungen haben entsprechend ihrer Bedeutung für die künstliche Besamung für eine bestimmte Tierart zu vermitteln:

  • Tierzucht und Tierhaltung einschließlich Fütterung,
  • Tierhygiene, Tierseuchen, Tiergesundheit und Tierschutz,
  • Anatomie und Physiologie des Tieres, insbesondere der Geschlechtsorgane,
  • Gewinnung und Behandlung des Samens sowie Besamungstechnik,
  • Fruchtbarkeitsstörungen, genetische Besonderheiten und Erbfehler und
  • einschlägige Rechtsvorschriften einschließlich Bescheinigungen, Aufzeichnungen und Schriftverkehr.

Der Ausbildungslehrgang hat für nachstehende Tierarten mindestens folgende Ausbildungsdauer (Unterrichtseinheiten) zu umfassen:

  • Rinder: 135 Stunden,
  • Schweine: 60 Stunden,
  • Schafe und Ziegen: 135 Stunden,
  • Equiden: 135 Stunden.

Von den angegebenen Stunden sind mindestens 20 % als praktische Übungen abzuhalten. Mit einzelnen Lehrinhalten fachlich gleichwertige Ausbildungen können angerechnet werden.

Die Verlässlichkeit ist nicht gegeben, wenn eine Person in den letzten fünf Jahren

  • wegen Tierquälerei oder Übertretung tierschutz-, tierzucht- oder veterinärrechtlicher Vorschriften gerichtlich rechtskräftig verurteilt oder
  • wegen Übertretung von tierschutz-, tierzucht- oder veterinärrechtlichen Vorschriften mehr als einmal rechtskräftig bestraft worden ist.

Zum Nachweis der Verlässlichkeit ist eine schriftliche Erklärung, dass kein vorerwähnter Umstand besteht, vorzulegen. Besamungstechniker/Besamungstechnikerinnen haben dieser Erklärung zusätzlich eine Strafregisterbescheinigung bzw. im Fall von Unionsbürgern aus einem anderen Mitgliedstaat den entsprechenden von der zuständigen Behörde dieses Staates ausgestellten Nachweis anzuschließen. Werden dort solche Nachweise nicht ausgestellt, kann der Nachweis der Verlässlichkeit durch eine eidesstattliche Erklärung, ist eine solche in dem betreffenden Mitgliedstaat nicht vorgesehen, durch eine feierliche Erklärung vor einer zuständigen Stelle dieses Staates erfolgen. Die Strafregisterbescheinigung, der entsprechende Nachweis und die eidesstattliche bzw. die feierliche Erklärung dürfen zum Zeitpunkt der Vorlage nicht älter als drei Monate sein. Dies gilt sinngemäß für Vertragsstaats-, Drittstaats- und Familienangehörige, soweit diese hinsichtlich der Anerkennung von Berufsqualifikationen nach dem Recht der Europäischen Union oder aufgrund eines Staatsvertrages gleichzustellen sind.

Die Tätigkeit als Besamungstechniker/Besamungstechnikerin darf erst aufgenommen werden, wenn sie der Behörde, das ist die NÖ Landes-Landwirtschaftskammer angezeigt wurde. Dieser Anzeige ist ein Nachweis über die fachliche Eignung und über die Verlässlichkeit anzuschließen. Wenn alle Voraussetzungen vorliegen, hat die NÖ Landes-Landwirtschaftskammer über die Anzeige eine Bescheinigung auszustellen. Wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, hat diese Behörde die Tätigkeit als Besamungstechniker/Besamungstechnikerin mit Bescheid zu untersagen.

 Besamungstechniker/Besamungstechnikerinnen, die in einem anderen Mitgliedstaat oder in einem Vertragsstaat oder Drittstaat, dessen Angehörige nach dem Recht der Europäischen Union oder aufgrund eines Staatsvertrages gleichzustellen sind, rechtmäßig als solche niedergelassen sind, dürfen vorübergehend und gelegentlich in Niederösterreich tätig sein. Falls der Beruf oder die Ausbildung des Besamungstechnikers/der Besamungstechnikerin am Niederlassungsort nicht reglementiert ist, muss die Tätigkeit mindestens zwei Jahre während der vorhergehenden zehn Jahre dort ausgeübt worden sein. Die erstmalige Aufnahme einer solchen Tätigkeit ist der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer im Vorhinein schriftlich zu melden. Dieser Meldung sind folgende Nachweise anzuschließen:

  • Nachweis über die Staatsangehörigkeit,
  • Nachweis über die fachliche Eignung,
  • Nachweis über die rechtmäßige Niederlassung als Besamungstechniker/Besamungstechnikerin,
  • Nachweis darüber, dass die Tätigkeit als Besamungstechniker/Besamungstechnikerin während der vorhergehenden zehn Jahre mindestens zwei Jahre lang ausgeübt wurde, sofern der Beruf am Niederlassungsort nicht reglementiert ist.

Diese Meldung ist jährlich in beliebiger Form zu erneuern, wenn beabsichtigt wird, die Tätigkeit weiterhin auszuüben. Der neuerlichen Meldung sind Nachweise nur dann anzuschließen, wenn sich hinsichtlich der nachzuweisenden Umstände eine wesentliche Änderung ergeben hat.

Erforderliche Unterlagen:

  •  Einschlägige Befähigungs- und Ausbildungsnachweise von Personen eines Mitgliedstaats, Vertragsstaats, Drittstaats, soweit letztere hinsichtlich der Anerkennung von Berufsqualifikationen nach dem Recht der Europäischen Union oder aufgrund eines Staatsvertrages gleichzustellen sind.
  • Staatsangehörigkeitsnachweis.

Kosten: 
Bundesgebühren:
€ 14,30 (für Antrag), € 3,90 (je Beilagenbogen) 
Landesverwaltungsabgabe:
€ 54,50 (für Anerkennung)

Fristen

Es sind keine besonderen Fristen für die Anerkennung von Ausbildungsnachweisen nach Unionsrecht zu beachten.

Zuständige Stelle

Für verfahrensrechtliche Auskünfte:
Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Agrarrecht

 

Für tierzuchtrechtliche Auskünfte:
NÖ Landes-Landwirtschaftskammer
Wiener Straße 64
3100 St. Pölten
E-Mail: office@lk-noe.at
Tel: +43(0)5 0259

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