JagdaufseherIn - Berufsanerkennungsverfahren

Allgemeine Information

Ein Jagdaufseher bzw. eine Jagdaufseherin ist eine Person, die vom Jagdausübungsberechtigen bzw. der Jagdausübungsberechtigten der Behörde gegenüber als solche gemeldet wurde. Sie hat den Status einer öffentlichen Wache und als solche polizeiliche Aufgaben wahrzunehmen. Sie ist der "verlängerte Arm" der Behörde, wenn es um die Einhaltung der Bestimmungen des Jagdrechtes geht.

Der Jagdaufseher bzw. die Jagdaufseherin hat im Wesentlichen folgende Aufgaben:

  • Überwachung der Einhaltung der Bestimmungen zum Schutz des Wildes
  • Überwachung der Einhaltung der Vorschriften und behördlichen Anordnungen
  • Überwachung der Einhaltung sonstiger einschlägiger, insbesondere strafrechtlicher Bestimmungen
  • Betreuung des Wildes
  • Schutz des Wildes vor Wilddieben und Raubzeug

Jagdaufseher bzw. Jagdaufseherinnen sind berechtigt und verpflichtet bei Übertretungen von Vorschriften Anzeigen zu erstatten. So haben sie z.B. Personen anzuzeigen, deren Hunde im Wald frei herumlaufen, da diese eine Gefährdung für das Wild darstellen. Sie haben - unter bestimmten Voraussetzungen - auch das Recht Personen, die gegen jagdrechtliche Bestimmungen verstoßen haben festzunehmen, um sie zur Feststellung von deren Identität der Polizei vorzuführen.

Nach den Bestimmungen des NÖ Jagdgesetzes 1974 ist für jedes Jagdgebiet ein Jagdaufseher bzw. eine Jagdaufseherin zu bestellen. Bei Jagdgebieten, die über 3.000 ha groß sind, ist – neben einem Berufsjäger – pro weiteren 1000 ha mindestens ein hauptberuflicher Jagdaufseher zu bestellen.

Verfahrensablauf:

Einbringen des Antrags inklusive der Unterlagen bei der zuständigen Stelle. Prüfung durch die Landesregierung, ob und inwiefern die ausländische Qualifikation gleichwertig ist. Bescheid, mit dem die Gleichwertigkeit festgestellt wird bzw. ev. nötige Anpassungslehrgänge bzw. Eignungsprüfungen vorgesehen sind.

Voraussetzungen

Um von der Behörde als Jagdaufseher bzw. Jagdaufseherin bestellt zu werden, müssen diese Personen eine Jagdaufseherprüfung ablegen.

Zur Ablegung der Jagdaufsichtsprüfung müssen Sie sich bei der Bezirksverwaltungsbehörde anmelden, in deren Verwaltungsbereich Sie Ihren Wohnsitz haben. Haben Sie keinen Wohnsitz in Niederösterreich müssen Sie sich beim Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Agrarrecht (Adresse siehe unten) schriftlich anmelden.

Zur Ablegung der Jagdaufsichtsprüfung ("Prüfung für den Wachdienst zum Schutz der Jagd") werden Sie nur dann zugelassen, wenn Sie

  • die österreichische Staatsbürgerschaft oder eine Staatsangehörigkeit eines EU- oder EWR- Mitgliedstaates oder der Schweiz besitzen,
  • das 21. Lebensjahr vollendet oder die Berufsjägerprüfung mit Erfolg abgelegt haben,
  • eine gültige Jagdkarte besitzen,
  • über körperliche und geistige Eigenschaften verfügen, welche ihre Betrauung mit den Rechten und Pflichten eines Beamten des öffentlichen Sicherheitsdienstes gerechtfertigt erscheinen lassen und vertrauenswürdig sind,
  • von der Bestätigung und Beeidigung als Jagdaufseher nicht ausgeschlossen sind und
  • entweder eine mindestens zweijährige praktische Verwendung im Jagddienst (Dienstzeugnis) oder
  • eine mindestens fünfjährige praktische Betätigung in allen im Laufe des Jagdjahres sich ergebenden Erfordernissen des Jagdbetriebes und der Wildhege nachweisen (Bestätigung des Bezirksjägermeisters), und
  • nachweisen können, dass sie während der Zeiten, in denen sie ihre Praxis geleistet haben (siehe die zwei vorhergehenden Punkte) im Besitz gültiger Jagdkarten waren.

Wenn Sie die Staatsprüfung für den höheren Forstdienst oder für den Försterdienst oder die Berufsjägerprüfung abgelegt haben, brauchen Sie keine Jagdaufseherprüfung abzulegen.

Der Prüfungsstoff der Jagdaufseherprüfung umfasst:

  1. Kenntnis der jagdrechtlichen Vorschriften sowie der jagdlich wichtigen Bestimmungen des NÖ Naturschutzgesetzes, des Tierschutzgesetzes, des Forstgesetzes 1975, des Waffenrechtes und der landesrechtlichen Vorschriften über den Umweltschutz,
  2. Kenntnis des Wildes sowie der durch die Bestimmungen der Naturschutzgesetzgebung geschützten, für die Ausübung der Jagd in Betracht kommenden Tiere und ihrer Lebensweise, der Wechselwirkungen zwischen dem Wild und seiner Umwelt, der Wildhege, der weidgerechten Jagdarten, der Behandlung des erlegten Wildes, der Wildfleischhygiene, der Jagdhundehaltung und der Jagdhundeführung sowie über den Jagdbetrieb, über die Reviereinrichtungen, über die wichtigsten Jagdfachausdrücke und Jagdgebräuche,
  3. Kenntnis der Handhabung, Wirkung und Behandlung der jagdlich gebräuchlichen Waffen und Munition sowie der hiebei zu beobachtenden Vorsichtsmaßregeln,
  4. Kenntnis der Wechselwirkungen zwischen Jagd und Land- und Forstwirtschaft,
  5. Kenntnis der wichtigsten zum Zwecke der ersten Hilfeleistung bei jagdlichen Unfällen zu ergreifenden Maßnahmen.

Befähigungs- oder Ausbildungsnachweise eines EU- oder EWR-Mitgliedstaates oder der Schweizerischen Eidgenossenschaft können als mit diesen Voraussetzungen gleichwertig anerkannt werden.

Erforderliche Unterlagen:
Befähigungs- oder Ausbildungsnachweise eines EU- oder EWR-Mitgliedstaates oder der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Kosten:
Bundesgebühren:
€ 14,30 (für Antrag), € 3,90 (je Beilagenbogen) 
Landesverwaltungsabgabe:
€ 104,-- (für Anerkennung)

Fristen

Es sind keine besonderen Fristen zu beachten.

Zuständige Stelle

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