BerufsjägerIn - Berufsanerkennungsverfahren

Allgemeine Information

Zu den wesentlichen Aufgaben eines Berufsjägers gehört die Bewirtschaftung des ihm von seinem Jagdausübungsberechtigten übertragenen Jagdgebietes (Hege, Gästeführung, Abschusserfüllung, Bau von Reviereinrichtungen, Fütterung des Wildes etc.). Weiters ist er für den Schutz und die Erhaltung einer artenreichen und gesunden, frei lebenden Tierwelt, sowie für die Pflege und Sicherung ihrer Lebensgrundlagen unter Wahrung der Landschaft und Landeskultur verantwortlich. Er muss die Ziele des Umwelt-, Natur-, Tier– und Artenschutzes, der Landschaftspflege, sowie aller Zweige des Jagdwesens und des jagdlichen Brauchtums umsetzen.

Nach den Bestimmungen des NÖ Jagdgesetzes 1974 ist für jedes Jagdgebiet, das über 3.000 ha groß ist, mindestens ein Berufsjäger anzustellen.

Verfahrensablauf:

Einbringen des Antrags inklusive der Unterlagen bei der zuständigen Stelle. Prüfung durch die Landesregierung, ob und inwiefern die ausländische Qualifikation gleichwertig ist. Bescheid, mit dem die Gleichwertigkeit festgestellt wird bzw. ev. nötige Anpassungslehrgänge bzw. Eignungsprüfungen vorgesehen sind.

Voraussetzungen

Berufsjäger sind Personen, welche die Berufsjägerprüfung nach diesem Gesetz erfolgreich abgelegt haben oder - deren in einem anderen Bundesland oder in einem anderen EU- oder EWR-Mitgliedstaat oder der Schweizerischen Eidgenossenschaft abgelegte Prüfungen als gleichwertig anerkannt worden sind
Zur Ablegung der Berufsjägerprüfung müssen Sie sich beim Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Agrarrecht (Adresse siehe unten) schriftlich anmelden.

Voraussetzungen für die Zulassung zur Berufsjägerprüfung sind

  1. die Vollendung des 18. Lebensjahres,
  2. die österreichische Staatsbürgerschaft, die Staatsbürgerschaft eines EU- oder EWR- Mitgliedstaates oder eines Drittstaates besitzt, sofern dessen Staatsangehörige hinsichtlich der Anerkennung von Berufsqualifikationen nach dem Recht der Europäischen Union oder aufgrund eines Staatsvertrages gleichzustellen sind,
  3. die körperliche und geistige Eignung für den Jagdschutz,
  4. das Fehlen von Gründen gemäß § 61 Abs. 1 Z 11 NÖ Jagdgesetz 1974 (bestimmte gerichtliche Verurteilungen),
  5. die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht,
  6. eine abgeschlossene Berufsjägerausbildung nach der vom NÖ Landesjagdverband gemäß § 126 Abs. 2 zu erlassenden Berufsjäger-Ausbildungsordnung, die die Teilnahme an einem mindestens dreimonatigen Berufsjägerlehrgang, an einem mindestens dreiwöchigen Fischereifacharbeiterkurs und an einem mindestens dreiwöchigen Arten- und Umweltschutzlehrgang zu umfassen hat,
  7. der erfolgreiche Abschluß der Forstwarte-Ausbildung an einer nach dem Forstgesetz 1975 errichteten Forstfachschule bzw. eine gleichwertige oder höherwertige forstliche Ausbildung oder der erfolgreiche Abschluß einer landwirtschaftlichen Facharbeiterausbildung bzw. eine gleichwertige oder höherwertige landwirtschaftliche Ausbildung,
  8. eine dreijährige Verwendung in einem Lehrbetrieb (Ausbildungszeit), wobei der Berufsjägerlehrgang bis zu 3 Monaten, der Fischereifacharbeiterkurs bis zu 3 Wochen, der Arten- und Umweltschutzlehrgang bis zu 3 Wochen und die Zeit einer erfolgreichen forstlichen oder landwirtschaftlichen Ausbildung oder die erfolgreiche Ablegung der Staatsprüfung für den höheren Forstdienst bzw. der Staatsprüfung für den Försterdienst nach dem Forstgesetz 1975 höchstens bis zu 1 Jahr auf diese Verwendung anzurechnen sind, sowie
  9. der Besitz einer gültigen NÖ Jagdkarte.

Der Prüfungsstoff der Berufsjägerprüfung umfasst:

  • einschlägige rechtliche Vorschriften,
  • Waffen und Munition,
  • Wildkunde, Wildökologie und Wildfleischhygiene,
  • Artenschutz, Naturschutz, Umweltschutz und Biotopbeurteilung,
  • Wildschäden, deren Feststellungs- und Bewertungsmethoden,
  • die Funktionen des Waldes, Forstbotanik, Waldbau, Forstnutzung und Forstschutz, Naturschutz,
  • die wichtigsten in Österreich freilebenden Tiere und über die wichtigsten in Österreich geschützten und gefährdeten Pflanzen,
  • Jagdbetrieb,
  • die wichtigsten Sportarten und Freizeitaktivitäten, soweit Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt gegeben sind.
  • Jagdhundewesen,
  • jagdliches Brauchtum,
  • jagdlicher Schriftverkehr und Berufskunde.

Die Prüfung hat einen schriftlichen Teil und einen mündlichen Teil zu umfassen. Der schriftliche Teil der Prüfung hat die Abfassung jagddienstlicher Meldungen oder Anzeigen sowie die Behandlung von Fragen des Jagdbetriebes zum Gegenstand, für deren Ausarbeitung dem Prüfungswerber zwei Stunden zur Verfügung stehen.

Befähigungs- oder Ausbildungsnachweise eines EU- oder EWR-Mitgliedstaates oder der Schweizerischen Eidgenossenschaft können als mit der Ablegung einer Berufsjägerprüfung gleichwertig anerkannt werden.

Erforderliche Unterlagen:

Befähigungs- oder Ausbildungsnachweise eines EU- oder EWR-Mitgliedstaates oder der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Kosten:

Bundesgebühren:
€ 14,30 (für Antrag), € 3,90 (je Beilagenbogen) 
Landesverwaltungsabgabe:
€ 104,-- (für Anerkennung)

Fristen

Es sind keine besonderen Fristen zu beachten.

Zuständige Stelle

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